| HAIKO´S FILMLEXIKON
DAS LEBEN IST SCHÖN Italien
in den 30ern. Guido Orefice ist Jude, arbeitet als Kellner und führt ein
Leben, welches durch seinen Humor sehr leicht erscheint. Lange wirbt er um
die Dame und Lehrerin Dora, die eigentlich mit einem anderen Mann zusammen
ist. Bald schon hat es ihr der humorvolle und immer freundliche Mann
angetan und so heiraten sie bald und bringen den Sohn Giosue auf die Welt.
Doch schon einige Jahre darauf soll der Horror Einzug halten in das Leben
der Familie. Guido und Giosue werden in ein KZ transportiert, Dora läßt
sich ebenfalls dort einliefern, um zu ihren Mann und ihrem Sohn zu halten,
wird aber in die Frauenabteilung gesteckt und kriegt ihre beiden Männer
nicht mehr zu Gesicht. Um seinem Sohn das Grauen erträglich zu machen,
erzählt Guido ihm ständig, das alles wäre nur ein Spiel und sie müssten
zwar ein paar Unannehmlichkeiten erleiden, doch wenn sie genügend Punkte
zusammen hätten, würden sie einen Panzer gewinnen... Das
klingt auf der einen Seite sicherlich sehr lächerlich, doch ist das hier
wirklich eine tragische Geschichte, die auch gerade deshalb so tragisch rüberkommt,
weil sie auf so leichte Weise erzählt wird. Man muß sagen, daß der Film
in der ersten Hälfte wirklich mitunter etwas nervt und man Guido Orefice´s
Humor nur bedingt ertragen kann, doch in der zweiten Hälfte bleibt dem
Zuschauer nichts anderes übrig, als betroffen das Geschehen
mitzuverfolgen. Dies ist eine Art, das schreckliche Geschehen dieser Zeit
darzustellen, wie man es bislang noch niemals zu sehen kriegte. Sicherlich
gibt es viele, die, wie ich, daran gezweifelt haben, daß ein Film über
den Holocaust auf lustige Weise dargestellt werden kann, ohne diese Dinge
lächerlich zu machen und dadurch zu verfälschen, doch ich muß gestehen,
daß es gelungen ist. Der Humor ist eher tragisch. „DAS LEBEN IST SCHÖN“
ist ein Film, denn man mit in die Top 10 der wichtigsten Holocaust-Filme
packen muß, ganz einfach deshalb, weil er das Thema ganz anders anpackt,
als die anderen Vertreter.
Originaltitel: La Vita e bella Regie: Roberto Benigni Darsteller: Roberto Benigni, Nicoletta
Braschi, Giustino Durano, Giuliana Lojodice, Sergio Bini Bustric Italien 1997 |