Die Welt steht einmal mehr am Abgrund, diesmal wegen einer allumfassenden Künstlichen Intelligenz, die sich verselbstständigt hat und auf den schlichten Namen "Die Entität" hört. Diese digitale Bedrohung manipuliert Informationen, lenkt Regierungen und sorgt letztlich dafür, dass niemand mehr so genau weiß, was eigentlich noch wahr ist...
Ethan Hunt, gespielt von Tom Cruise, versucht gemeinsam mit seinem bewährten IMF Team die Kontrolle über diese Entität zu erlangen. Zu diesem Team gehören unter anderem Luther Stickell, erneut verkörpert von Ving Rhames, bekannt aus "PULP FICTION", und Benji Dunn, gespielt von Simon Pegg, den viele aus "SHAUN OF THE DEAD" kennen. Auch Grace, gespielt von Hayley Atwell, die man aus "AVENGERS: ENDGAME" kennt, ist wieder mit dabei, ebenso wie Ilsa Faust, dargestellt von Rebecca Ferguson aus "DUNE". Gegenspieler ist unter anderem Gabriel, verkörpert von Esai Morales, der Ethan aus dessen Vergangenheit kennt und eine persönliche Rechnung offen hat. Die Jagd führt das Team quer über mehrere Kontinente. Von eisigen Gewässern, in denen ein gesunkenes russisches U-Boot eine entscheidende Rolle spielt, bis hin zu halsbrecherischen Flugmanövern in luftiger Höhe, bei denen Ethan sich an einen Doppeldecker klammert. Dabei geht es um Schlüssel, Codes und Zugänge, die darüber entscheiden, wer die Kontrolle über die "Entität" bekommt.
Regie führte erneut Christopher McQuarrie, den man nicht nur aus der "MISSION: IMPOSSIBLE"-Reihe kennt, sondern auch als Oscar Preisträger für sein Drehbuch zu "DIE ÜBLICHEN VERDÄCHTIGEN". Seit "MISSION: IMPOSSIBLE – ROGUE NATION" lenkt er die Geschicke der Reihe und hat sie recht konsequent zu einem persönlichen Spielplatz für Tom Cruise ausgebaut. Und man muss es sagen, was hier an handgemachter Action geboten wird, ist schon eine Ansage. Die U-Boot-Sequenz ist ein echtes Highlight. Keine übertriebenen CGI-Orgie, sondern klaustrophobische Enge, Metall, Wasser, Dunkelheit. Das hat eine physische Qualität, die im Blockbusterkino mittlerweile fast exotisch wirkt. Ähnlich verhält es sich mit der Doppeldecker-Szene. Cruise hängt wieder selbst außen am Flugzeug, und das merkt man. Der Wind zerrt, die Kamera bleibt drauf, es wirkt gefährlich. Das sind die Momente, in denen der Film wirklich lebt und in denen man halbwegs vergisst, dass man seit über zwei Stunden im Kinosessel sitzt und in den Zwischenszenen fast wegnickt. Denn da liegt auch das Problem. Die Geschichte um diese ominöse KI ist ein klassischer MacGuffin. Eine Bedrohung, die alles kann und deshalb recht wenig greifbar ist. Viel Gerede über Schlüssel, Zugriff, Kontrolle. Aber emotional bleibt das alles ein wenig abstrakt. Im Vergleich zu "MISSION: IMPOSSIBLE – FALLOUT" wirkt die Dramaturgie hier simpler gestrickt. Es geht um das Aufhalten einer Katastrophe, ja. Doch die Figuren kreisen dabei oft um ein digitales Phantom, das mehr Behauptung als echte Figur ist.
Es ist nicht so, dass nichts passiert. Es passiert sogar sehr viel. Aber die eigentliche Geschichte ist im Kern simpel. Ein Wettlauf um ein mächtiges Werkzeug. Gut gegen Böse. Vertrauen gegen Kontrolle. Das hätte man auch etwas kompakter erzählen können. Trotzdem. Ich bin kein Fan von Tom Cruise, aber er wirkt, als wolle er dem Publikum beweisen, dass das Kino noch ein Ort für echtes Spektakel ist. In Zeiten digitaler Bilderfluten hat das durchaus etwas Trotzendes. (Haiko Herden)
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