Menschen verschwinden, ohne Vorwarnung, ohne erkennbares Muster, einfach so, plötzlich. Zurück bleiben Verwirrung, Angst und eine Welt, die sich verändert hat. Im Zentrum steht eine kleine Gruppe von Figuren, die auf unterschiedliche Weise mit diesem Ereignis konfrontiert werden. Während einige verzweifelt versuchen zu verstehen, was passiert ist, klammern sich andere an ihre Verluste und die Hoffnung, Antworten zu finden. Langsam zeichnet sich ab, dass hinter dem Verschwinden mehr steckt als ein unerklärliches Phänomen...
Der Film begleitet diese Figuren durch eine Situation, die gleichermaßen intim wie global ist. Es geht weniger um eine klassische Auflösung als um den Umgang mit dem Unbegreiflichen, mit Verlust und der Frage, was bleibt, wenn innerhalb eines Augenblicks alles anders ist. "IN THE BLINK OF AN EYE" ist ein Film, der auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, sich dann aber langsam festsetzt. Andrew Stanton, den man vor allem durch Animationsfilme wie "WALL·E – DER LETZTE RÄUMT DIE ERDE AUF" kennt, zeigt hier, dass er auch außerhalb von Pixar ziemlich genau weiß, wie man Emotionen zeigt, ohne sie einem ständig aufzudrängen. Die Grundidee klingt erstmal vertraut. Menschen verschwinden, die Welt gerät aus dem Gleichgewicht, und irgendwo dazwischen versuchen Figuren, damit klarzukommen. So schon gesehen in der großartigen Serie "THE LEFTOVERS" oder auch dem etwas unguten "LEFT BEHIND" mit Nicolas Cage. Wie bei "THE LEFTOVERS" ist der Fokus nicht auf dem "Warum passiert das" und dem Zeigen von Katastrophen, sondern zeigt, was es mit den Menschen macht, wenn global plötzlich Menschen und auch die Liebsten verschwinden. Der Film nimmt sich dafür Zeit, und das ist gut. Visuell bleibt das Ganze daher eher zurückhaltend, aber nicht langweilig. Statt großer Effekte gibt es gezielte Bilder, die im Kopf bleiben. Wenn etwas Außergewöhnliches passiert, dann wirkt es gerade deshalb, weil der Film zuvor so kontrolliert war. Diese Balance kriegt er recht gut hin. Unterm Strich ist das ein überraschend ruhiger, aber wirkungsvoller Beitrag im Science-Fiction-Bereich. (Haiko Herden)
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