Bernd Stromberg ist diesmal nicht einfach nur wieder im Büro, sondern vor allem wieder vor der Kamera. Viele Jahre nach der alten Capitol-Doku ist aus dem peinlichen Abteilungsleiter so etwas wie ein Kultobjekt geworden. Genau deshalb wird von dem Fernsehsender, der Stromberg einst die ganze Zeit begleitete, eine große Reunion organisiert, bei der Stromberg und seine früheren Weggefährten noch einmal zusammenkommen sollen. Mit dabei sind unter anderem Berthold "Ernie" Heisterkamp, Ulf und Tanja Steinke sowie Jennifer Schirrmann...
Der Film setzt also nicht auf eine neue Capitol-Karriere, sondern nimmt mal den Fernsehsender etwas unter die Lupe. Vor laufenden Kameras treffen Figuren aufeinander, die sich zwar alle verändert haben sollen, aber letztlich doch wieder in ihren alten Mustern landen. Dazu kommen jüngere Begleitfiguren wie Jennifers deutlich jüngerer Partner Julian sowie Ulf und Tanjas inzwischen fast erwachsener Adoptivsohn Marvin. Aus dieser Konstellation zieht der Film seine Konflikte, seine Fremdscham und auch seine paar halbwegs treffsicheren Beobachtungen über Erinnerung, Selbstbild und die peinliche Frage, was von früher eigentlich noch übrig ist. Der Film hat zumindest einen vernünftigen Ausgangspunkt. Die Idee, aus dem Serienkult selbst ein Thema zu machen und die Figuren nicht einfach wieder an denselben Schreibtisch zu setzen, ist erst einmal gar nicht dumm. Regisseur Arne Feldhusen, den man natürlich mit "STROMBERG", aber auch mit "DER TATORTREINIGER" verbindet, weiß genau, wie diese Welt funktioniert. Und Drehbuchautor Ralf Husmann hat offenbar verstanden, dass man die Figur Stromberg 2025 nicht einfach so auftreten lassen kann, als wäre seit 2014 nichts passiert. Also wird aus dem Film halb Reunion, halb Meta-Komödie, halb sehr deutsches Klassentreffen mit Alkohol und Lebenslügen. Christoph Maria Herbst kann diese Figur noch immer mit erschreckender Präzision spielen. Bjarne Mädel, Oliver Wnuk, Diana Staehly und Milena Dreißig tragen das Ganze zusätzlich, weil die alten Dynamiken zwischen diesen Figuren weiterhin funktionieren. Gerade das Zusammenspiel ist letztlich der eigentliche Grund, warum der Film überhaupt über okay hinauskommt. Sobald die Truppe gemeinsam im Bild ist, springt etwas von der alten Bosheit und Traurigkeit wieder an. Trotzdem ist das hier kein sensationelles Comeback, sondern eher ein mittelguter Nachschlag, der von seinem Material weiß, dass es geliebt wird. Genau darin liegt das Problem. Der Film lebt recht deutlich vom Wiedererkennen. Vieles ist nett, manches treffend, einiges auch wirklich komisch, aber nicht selten spürt man, wie sehr dieses Wiedersehen auf Nostalgie baut. Interessant ist der Film vor allem dann, wenn er die veränderte Arbeitswelt streift. Diversity-Sprache, moderne Firmenfassaden, mediale Selbstvermarktung, diese ganze neue Professionalität, unter der oft noch derselbe alte Büro-Mief steckt. Genau da liegt auch der sozialkritische Kern. "STROMBERG" war immer dann am besten, wenn es nicht nur um dumme Sprüche ging, sondern um Macht im Kleinen. Wer duckt sich weg, wer lacht aus Angst mit, wer verkauft sich am schnellsten. Dass diese Mechanismen 2025 noch immer erkennbar sind, macht den Film halbwegs relevant. Gleichzeitig kratzt er vieles nur an, statt es richtig auszureizen. Unterm Strich ist "STROMBERG - WIEDER ALLES WIE IMMER" weder der peinliche Totalausfall, den man bei solchen späten Comebacks schnell befürchtet, noch das große komische Ereignis, auf das man jetzt elf Jahre gewartet hätte. (Haiko Herden)
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