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Rapa Nui

(USA 1994)

Originaltitel: Rapa Nui
Alternativtitel:
Regie:
Kevin Reynolds
Darsteller/Sprecher: Esai Morales, Sandrine Holt, Jason Scott Lee, Zac Wallace, George Henare,
Genre: - Drama


Rapa Nui, die Osterinseln, „Der Nabel der Welt“, weil die Stämme daran glaubten, dass sie die einzigen Menschen auf der Welt seien, denn sie haben vor dem Jahr 1722 keinen Menschen von außerhalb gesehen. Auf den Inseln regiert der Stamm der „Langohren“ über den Stamm der „Kurzohren“, die von ihnen unterdrückt werden. Jedes Jahr gibt es anlässlich der Feierlichkeiten zur alljährlichen Wiederkehr der Rußseeschwalben einen Wettbewerb, bei welchem entschieden wird, welcher Stamm als nächstes regieren darf. Bislang haben immer die Langohren diesen gewonnen. Es geht darum, dass zwei Männer gegeneinander antreten und ihrem Stammeshäuptling das Gelege der Rußseeschwalben bringt. Dieses Mal treten Make und Noro gegeneinander an. Die zwei sind eigentlich Freunde, doch nun müssen sie gegeneinander kämpfen, nicht nur um die Herrschaft ihres Stammes über die Inseln, sondern auch noch um die Gunst der Sklavin Ramana...

Die Grundstory ist eigentlich total langweilig und zu oft schon dagewesen. Zwei Männer kämpfen gegeneinander um die Gunst einer Frau und natürlich um die Macht. Um mehr geht es storytechnisch gesehen jedenfalls nicht. Was den Film so interessant macht, ist der Hintergrund, vor dem diese Geschichte spielt. Er gibt uns Einblick in die Geschichte der Osterinseln und klärt auch, woher diese riesigen Steingesichter kommen, wobei man natürlich eine realistischere Erklärung findet, als die von Erich von Däniken. Als die Entdecker der Insel das Eiland vorfanden, waren die Bewohner schon alle verschwunden, denn durch ihre Kultur haben sie die Insel zerstört und unbewohnbar gemacht (auch hervorragend angedeutet im Film). Das hat dann auch Däniken dazu inspiriert, seine Phantastik-Spinnereien darum zu basteln. Jedenfalls ist alles prächtig und bildgewaltig in Szene gesetzt worden von Regisseur Kevin Reynolds und Produzenten Kevin Costner, bevor sie sich bald darauf in „WATERWORLD“ zerstritten. Wirklich nett anzuschauen. (Haiko Herden)

So oder so ähnlich mag es sich vor einigen hundert Jahren auf der mitten im Pazifik gelegenen Osterinsel zugetragen haben: Die Bewohner des Eilands sind in zwei Clans gespalten, die herrschenden "Langohren" und die von ihnen unterdrückten "Kurzohren". Die Langohren zelebrieren einen Kult und zwingen die versklavten Kurzohren, für sie gigantische steinerne Götterfiguren zu errichten. In ihrer größenwahnsinnigen Herrschsucht gehen sie auch nicht zimperlich mit den Resourcen der Natur um, so ist die reiche Insel bald kahlgeschlagen, Holz wird zur Mangelware, der Boden wird unfruchtbar.

Zur Feier der alljährlichen Rückkehr der Rußseeschwalben, die an den ersten König Hptu Matua erinnern, bestimmt jeder Clan aus seinen Reihen ein Mitglied für das "Vogelmann-Rennen". Wer seinem Oberhaupt als erster das Gelege der Rußseeschwalben unversehrt bringt, ist Sieger und kürt seinen Häuptling damit ein Jahr zum Vogelmann, den mächtigsten Mann der Insel. Noro, der Enkel des Langohr-Häuptlings, und der Kurzohr-Krieger Make treten gegeneinander an. Aber es geht nicht nur um die zukünftige Herrschaft über das Inselvolk. Die beiden rivalisieren auch um das Recht, die schöne Ramana heiraten zu dürfen. Es kommt zu einem erbitterten Wettkampf - oder besser gesagt Eierlauf...

Produziert von Epos-Spezialist Kevin Costner, beeindruckt der Film nicht nur durch die oppulenten Bilder, sondern vor allem durch den exotischen Schauplatz und die uns kaum vertraute Kultur. Es gibt also für Historien-Abenteuer durchaus noch originelle Themen, die mehr Faszination in sich bergen, als die ausgeleierten Standards über Wildwest-Indianer oder die Alten Römer. Und die dramatischen Ereignisse, die zwar hier in einer hollywoodgerechten Fantasy-Story erzählt werden, beruhen im Kern auf der schaurigen historischen Vergangenheit.

Die Osterinsel im Südpazifik verdankt ihren europäischen Namen dem Umstand, dass die holländischen Seefahrer am Tag ihrer Entdeckung im Frühjahr 1722 gerade das christliche Ritualfest Ostern begingen. Von den Ritualen der Inselbewohner und ihrer einstmals mächtigen Kultur fanden sie indessen nur noch die Ruinen, jene rätselhaften monumentalen Steinfiguren, die zum Wahrzeichen der Insel wurden. Das Volk der Osterinsel hatte sich und ihre paradiesische Insel schon lange zuvor in maßloser Überheblichkeit durch Raubau an der Natur und kriegerische Stammeskonflikte an den Rand der Zerstörung gebracht. Das tragische Ende der Osterinsel-Kultur ist wohl eines der niederschmetterndsten historischen Beispiele für die globale Unfähigkeit der Spezies Mensch, dauerhafte soziale Gefüge zu bilden und sich darin geistig weiterzuentwickeln. (O.K.)



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