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Das Versprechen

(USA 2001)

Originaltitel: Pledge, The
Alternativtitel:
Regie:
Sean Penn
Darsteller/Sprecher: Jack Nicholson, Patricia Clarkson, Robin Wright, Aaron Eckhart, Dale Dickey, Vanessa Redgrave, Michael O´´ Keefe, Sam Shepard, Mickey Rourke,
Genre: - Thriller


Ermittler Jerry Black hat heute seinen letzten Tag vor seiner Pensionierung und während seines Abschiedsfest kommt ein neuer Fall herein. Ein kleines Mädchen ist ermordet im Wald aufgefunden worden und er will sich unbedingt darum kümmern. Er informiert die Eltern und die verzweifelte Mutter zwingt ihm das Versprechen ab, dass er den Mörder findet. Der Fall scheint schnell abgeschlossen zu sein, denn ein geständiger Verdächtiger ist schnell gefunden und da er sich in der Zelle selbst richtet (bzw. richten lässt) kommt der Fall zu den Akten. Black allerdings glaubt nicht daran, denn einige Dinge erscheinen ihm nicht passend und vor allem nagt in ihm das Versprechen, das er abgegeben hat. Er beginnt Ermittlungen anzustellen und findet tatsächlich schon bald einige beängstigende Dinge heraus...

Mehr sagen wir jetzt aus spannungstechnischen Gründen nicht. Manch einer wird die Geschichte eh kennen aus „ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG“, denn auch dieser Film basiert auf dem gleichen Roman von Dürrenmatt. Sean Penn kannte man als Ehemann von Madonna, danach als Schauspieler und nun führt er bereits das dritte Mal Regie und er hat es enfach gut gemacht. Natürlich wird der Film von den großartigen Schauspielern getragen, von Jack Nicholson als Detective Jerry Black (hier mal nicht überdreht), von Helen Mirren, Vanessa Redgrave, Harry Dean Stanton, Sam Sheppard, ja selbst Mickey Rourke kann hier mal wieder überzeugen. Aber Penn selbst hat die Geschichte auch sehr großartig inszeniert, mit viel Feingefühl für die Schauspieler und ihre Rollen und obwohl der Film recht lang und langsam ist, ist genau das die Sache, die ihn so wundervoll macht. Dazu noch diese winterländliche Optik. Ich bin davon überzeugt, dass Sean Penn als Regisseur noch wirklich großes leisten wird und noch den einen oder anderen unsterblichen Klassiker gebären wird. Erstaunlich, dass solch tiefergreifende Filme aus den USA kommen können, wo man dem Zuschauer ja bekanntlich keinerlei Intelligenz oder Durchhaltevermögen bescheinigt und ihm deshalb eine hohle Filmhülse nach der anderen präsentiert. (Haiko Herden)

Hollywood entdeckt die deutschen Novellisten für sich. Nachdem Kubrick für "EYES WIDE SHUT" bereits auf eine Erzählung von Arthur Schnitzler zurückgegriffen hat, basiert "DAS VERSPRECHEN" auf der gleichnamigen Novelle von Friedrich Dürrematt. Dem (älteren) deutschen Publikum dürfte die grundsätzliche Geschichte aus dem 1958 produzierten Fernsehfilm "ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG" bekannt sein, mit Gerd Fröbe in einer seiner Glanzrollen und Heinz Rühmann als Kommissar Matthäi.

In der amerikanischen Version heißt der Kommissar Jerry Black und wird von einem grandiosen Jack Nicholson gespielt, dem man sein Alter zu recht ansieht. Immerhin ist es Blacks Pensionierungsfeier, auf der er von der grausamen Verstümmelung und Vergewaltigung eines neunjährigen Mädchens erfährt und entschließt, sich an dem Fall als letzte Diensttat zu beteiligen. Aber dann verspricht Black der erschütterten Mutter bei seinem Seelenheil, den Mörder zu fassen. Ein Schwur, der eine verstörende und überragend gespielte Obsession einleitet.

Ein Schuldiger ist schnell gefunden. Einem geistig behinderten Indianer, wegen Vergewaltigung vorbestraft und am Tatort gesichtet, wird ein Geständnis entlockt. Als sich der Gefangene kurz darauf selber tötet, ist der Fall für die Polizei abgeschlossen. Nicht aber für Black. Er ist von der Schuld des Toten nicht überzeugt und findet Hinweise, dass der Mörder noch auf freiem Fuß ist. Und er wird wieder morden.

Black erfährt von anderen, tatgleichen Morden, die allesamt in einem abgelegenen Seegebiet verübt wurden. Eine Zeichnung des letzten Opfers bringt ihn auf einen großen Mann mit einem schwarzen Auto und so kauft er kurzerhand die einzige Tankstelle der Gegend auf – wer ein Auto hat, muss auch tanken. Und tatsächlich erscheint kurze Zeit später ein Mann, auf den die Beschreibung passt. Aber Black braucht Beweise, und so quartiert er die Bedienung Lori (Robin Wright Penn) und ihre Tochter Crissy bei sich ein. Doch seine Motive sind nicht halb so nobel, wie Lori denkt. Das Opferprofil des Mörders passt genau auf Crissy, und so wird sie für Black unwissentlich zum Lockvogel. Er ergibt sich damit endgültig in den krankhaften Wahn, den Mörder um jeden Preis dingfest zu machen.

"DAS VERSPRECHEN" ist kein Thriller oder Krimi im eigentlichen Sinne. Es ist eher ein hervorragend gemachtes Psychodrama, denn im Vordergrund steht – trotz spannender und aufrührender Szenen dazu - nicht der Mord oder die Täterjagd. So werden auch die wenigen blutigen Szenen nicht zelebriert, wird mit dem Ekel des Publikums nicht unnötig gespielt. Es geht hauptsächlich um das Unvermögen Blacks, sich von seinem Beruf zu lösen und seine Obsession, einen Mörder zu fangen, von dem er selber nicht sicher ist, dass es ihn gibt. Die schleichende Entwicklung bis zur völligen Konzentration nur noch auf dieses Ziel zeigt sich in jeder Bewegung, in jedem Gesichtszug von Nickolson, der damit einmal mehr eindrucksvoll beweißt, was für ein Ausnahmedarsteller er ist. Er spielt so brilliant, dass Nebenrollen-Auftritte von Stars wie Mickey Rourke oder Benicio Del Toro erst auf den zweiten Blick auffallen.

Von wenigen platten Szenen abgesehen, in denen dem Zuschauer zu sehr bewusst gemacht wird, dass hier nur Hinweise weitergegeben werden sollen, braucht sich Das Versprechen vor seinem zum Kultfilm avancierten deutschen Vorgänger nicht zu verstecken. Es sind auch diese Szenen, in denen man über die Kameraführung von Regisseur Sean Penn geteilter Meinung sein darf, ansonsten überzeugt der Film in Schnitt und Kamera weitgehend, auch wenn manche Szene etwas zwanghaft symbolisch daherkommt. Vor allem aber das Geschick, eine Szene so lange zu strecken, bis die Spannung unerträglich zu werden droht, ohne aber in Langeweile umzuschlagen, darf man Penn mit ruhigem Gewissen zusprechen

Dürrematt wäre von "DAS VERSPRECHEN" sicher ebenso begeistert gewesen, war er doch mit dem Happy End der Fernsehverfilmung, die auf seinem Drehbuch basierte, dem Vernehmen nach so unzufrieden, dass er danach die Novelle schrieb und sie mit dem im Film zu findenden bitteren Ende ausstattete. Von der Lektüre der Novelle vor dem Kinobesuch ist allerdings abzuraten, da sich der Film sehr dicht an die Vorlage hält und man sich so die eindrucksvollsten Momente vorweg nehmen ließe. (André Wiesler)

Eigentlich sollte es Jerry Blacks letzter Tag als Bulle sein, bevor er in Rente geht, doch als man während seiner Abschiedsfeier im Wald die Leiche eines achtjährigen Mädchens findet, will sich Jerry nochmals die Hände schmutzig machen. Nach der Besichtigung des Tatorts, versucht er den Eltern der kleinen "Ginny" die Sache beizubringen. Mit vollem Selbstvertrauen verspricht, ja schwört er der verzweifelten Mutter dann, dass er den Mörder schnappt. Schnell findet man dann auch schon den mutmaßlichen Täter, doch Jerry ist sich sicher, dass der richtige Mörder noch auf freiem Fuß ist. Als er Nachforschungen anstellt, stößt er auf so allerhand interessanter Dinge...

Remake der Romanverfilmung "Es geschah am hellichten Tag", allerdings nicht sehr viel besser als die TV-Verfilmung, aber doch besser. Ein gut gelungener Thriller, bis auf das verstörende Ende, welches den Film aber trotzdem irgendwie verfeinert. Ansonsten gibt es viel tolle Musik, soliden Nervenkitzel und auch sehr akzeptable Schauspieler, wie z.B Jack Nicholson. Dem sollte man allerdings nicht zuviel Geld für seine Filme geben, denn sonst fängt er wieder an seinen Kamin mit den Scheinchen zu heizen.(Daniel Hinrichsmeyer)




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