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HAIKO´S FILMLEXIKON
KRITIK 1
KRITIK 2
KAFKA
Ca. 1919. Der Hobbyschriftsteller
Kafka arbeitet tagsüber in einer großen Versicherungsgesellschaft.
Nachdem ein paar seiner Arbeitskollegen ins Schloß (Synonym wohl
für die Gewalt der Herrschenden) bestellt werden und kurz darauf tot
aufgefunden
werden,
stellt Kafka Nachforschungen an. Er dringt in das Schloß ein und
entdeckt schreckliche Dinge, der Arzt Dr. Murnau sägt seinen Patienten
die Hirnschale auf um ihre gesellschaftlichen Defekte auszumerzen. Dabei
wird er entdeckt und die Verfolgung beginnt...
Dieser Film ist ja so
schwer einzuschätzen. Die Atmosphäre ist ein Mischmasch aus 1984,
Metropolis, Brazil und alten Hitchcock-Filmen, teilweise schwarzweiß,
teilweise farbig, die Schauspieler agieren sehr gekünstelt und theatralisch,
was sich sehr positiv auf o.g. Atmosphäre auswirkt. Was dieser Film
mit dem echten Kafka-Schriftsteller zu tun hat, vermag ich nicht zu sagen,
da ich bisher nix vom ihm gelesen habe, aber es ist mit Sicherheit nicht
nur eine zufällige Namensgleichheit. Laut Lexikon schrieb Kafka über
die existentielle Schuld und Angst des Menschen, das drückt der Film
auch aus. Auf jeden Fall hat das Ganze mich dazu bewogen, demnächst
mal ein Buch von Kafka zu lesen. Als guter Schauspieler hat man den schön
markanten Jeremy Irons ausgewählt, bekannt aus "Die Unzertrennlichen"
und "Verhängnis". Den Regisseur Steven Soderbergh (Sex, Lügen
und Video) muß man sich auch dringend merken. Auf alle Fälle
ein hochinteressanter Film und ein echter Geheimtip!!!
Originaltitel: Kafka
Regie: Steven Sonderbergh
Darsteller: Jeremy Irons,
Theresa Russell, Alec Guiness
USA 1992
(H.H.)
KAFKA
In seinem zweiten Film verbindet
Steven Soderbergh biographische Elemente der Biographie des Schriftstellers
Franz Kafka mit denen seiner surrealen Geschichten zu einem schweißtreibenden,
aber undurchsichtigen Psycho-Thriller. Kafka(Jeremy Irons) arbeitet im
Prag des Jahres 1919 für eine Versicherungsgesellschaft. Er hat sich
mit seinem Vater zerstritten und hat ein sehr gespanntes Verhältnis
zu Frauen. Er haßt seine eintönige Arbeit, auch wenn er sie
zu der vollsten Zufriedenheit des Inhabers(Alec Guinness) erledigt. Er
versucht sich als Schriftsteller und liebt das Theater. Sein einziger richtiger
Freund ist sein Kollege Eduard(Vladimir Gut). Als dieser tot aus dem Fluß
gezogen wird, zweifelt Kafka an der Selbstmordtheorie des sadistischen
Inspektor Grubach(Armin Müller-Stahl). Er wendet sich an die Geliebte
seines Freundes, Gabriela Rossmann(Theresa Russell). Die ist Mitglied einer
Organisation die das "Schloß" bekämpft, eine von der Regierung
unterstützte Gemeinschaft aus Politikern und Ärzten. Als auch
Gabriela verschwindet, macht sich Kafka auf den Weg ins Schloß und
erlebt dort den Schrecken seines Lebens. Denn dort werden Experimente zur
Erschaffung des perfekten Menschen durchgeführt. Der Beginn eines
Alptraums.
Soderbergh schafft es
zwar eine bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln, aber er schafft es
nicht "Kafka" durchgehend verständlich zu erzählen. Der größte
Teil des Films ist in schwarzweiß gedreht, womit das düstere
Prag unterstrichen wird. Wenn Kafka das Schloß betritt setzten grelle
Farben ein und wenn er es wieder verläßt wird es wieder dunkel.
Diesen Effekt muß man als einfallsreich und unkonventionel loben.
Jedoch wirkt der Film am Ende symbolüberfracht, man kann ihn bis ins
Unendliche interpretieren, er legt sich in keinster Weise fest und verwehrt
damit dem Zuschauer den Zugang. Das Problem scheint auch Jeremy Irons zu
haben, der, was aber dem Film eigentlich zugute kommt, ziemlich orientierungslos
durch die Handlung streift.
| Splatter |
Action |
Spannung |
Anspruch |
Humor |
Erotik |
Gesamt |
| 1 |
2 |
4 |
6 |
0 |
1 |
4 |
Originaltitel: Kafka
Regie: Steven Soderbergh
Darsteller: Jeremy Irons(Kafka);
Theresa Russell(Gabriela Rossmann); Jeroen Krabbe (Bizzlebeck); Joel Grey(Burgel);
Armin Müller-Stahl(Inspektor Grubach); Ian Holm(Dr. Murnau); Alec
Guinness(Chef)
USA 1991
Länge: 94 Minuten;
FSK: 16
Drehbuch: Lem Dobbs; Musik:
Cliff Martinez; Kamera: Walt Lloyd
(Sebastian Schmidt)
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