(Moeweig, 1966)
"RAUMPATROUILLE ORION - PLANET AUSSER KURS" erschien ursprünglich 1968 als Terra Taschenbuch Nr. 136 bei Moewig. Spätere Ausgaben erschienen unter anderem 1972 in "Terra Astra", 1976 in der Orion-Heftromanreihe und 1990 als Haffmans-Taschenbuch. Es ist eine Romanfassung von Hanns Kneifel zur zweiten Folge der legendären deutschen Science-Fiction-Serie "RAUMPATROUILLE: DIE PHANTASTISCHEN ABENTEUER DES RAUMSCHIFFES ORION". Die zugrunde liegende TV-Folge wurde am 1. Oktober 1966 erstmals ausgestrahlt.
Die Handlung selbst ist natürlich herrlich größenwahnsinnig. Der Raumkreuzer Hydra unter General van Dyke entdeckt einen planetengroßen Feuerball, der mit irrsinniger Geschwindigkeit auf die Erde zurast. Gleichzeitig wird klar, dass die Frogs ihre Finger, Tentakel, Froschschenkel oder was auch immer sie da benutzen, im Spiel haben. McLane und die Orion-Besatzung sollen entweder die Gefahr abfangen oder die Leitzentrale der Fremden vernichten. Die TV-Zusammenfassung nennt ausdrücklich eine von den Frogs gesteuerte Supernova, die auf die Erde gelenkt wird. Das ist wissenschaftlich natürlich völliger Unsinn, aber schöner Unsinn. Und bei "ORION" ist schöner Unsinn oft die halbe Miete.
Hanns Kneifel war dafür ein ziemlich passender Autor. Er kam aus dem Umfeld der deutschen Science-Fiction-Heft- und Taschenbuchliteratur, schrieb sehr viel für "PERRY RHODAN" und verfasste auch einen großen Teil der "ORION"-Romane. Was an der Romanfassung Spaß macht, ist gerade diese Mischung aus deutschem Fernsehklassiker und klassischer Space Opera. Die Serie selbst war 1966 ein erstaunliches Ereignis: deutsche Science-Fiction, produziert mit viel Fantasie, begrenzten Mitteln und einem Design, das bis heute sofort wiedererkennbar ist. Die Orion-Romane verlängern diesen Kosmos, ohne ihn völlig umzubauen. Man bekommt McLane, Tamara Jagellovsk, Atan Shubashi, Mario de Monti, Hasso Sigbjörnson und die ganze etwas bürokratisch-militärische Zukunftswelt. Gerade "PLANET AUSSER KURS" hat als Stoff einen schönen Katastrophendruck. Die Erde ist bedroht, die Zeit läuft, die Hydra ist in Schwierigkeiten, und McLane muss natürlich nicht nur Befehle befolgen, sondern auch wieder McLane sein. Also eigenwillig, direkt, manchmal etwas zu schnell im Entscheiden, aber eben auch der Mann, den man ruft, wenn ein brennender, stetig anschwellender Planet sehr unvorteilhaft in Richtung Erde unterwegs ist. Das Buch profitiert davon, dass diese Figuren bereits ikonisch sind. Man hört beim Lesen fast die Stimmen, sieht die Kommandobrücke und erwartet jeden Moment den berühmten Tanz im Starlight-Casino.
Im Vergleich zur TV-Folge hat das Buch den Vorteil, dass es manche Abläufe etwas ausführlicher ausleuchten kann. Die Fernsehserie lebt stark von Bildern, Gesichtern, Musik und diesem fantastischen Produktionsdesign. Der Roman muss das anders machen und schafft es letztlich sogar, aus der Geschichte mehr Spannung herauszuholen als das Fernsehen. (Haiko Herden)
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