Undertone(Kanada 2025)Originaltitel: Undertone Alternativtitel: Regie: Ian Tuason Darsteller/Sprecher: Nina Kiri, Adam DiMarco, Michèle Duquet, Keana Lyn Bastidas, Jeff Yung, Ryan Turner, Ari Millen, Marisol D'Andrea, Austin Tuason, Seled Calderon, Genre: - Thriller - Horror/Splatter/Mystery
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Evy betreibt gemeinsam mit ihrem Freund Justin einen Podcast über paranormale Phänomene. Sie selbst ist dabei eher die Skeptikerin. Gleichzeitig kümmert sie sich im Haus ihrer Familie um ihre schwerkranke Mutter. Eines Tages erhält der Podcast zehn anonyme Audioaufnahmen eines jungen Paares, das in seinem Haus offenbar mit etwas Übernatürlichem zu tun bekommt. Evy hört sich die Dateien nach und nach an und bemerkt dabei, dass die Ereignisse auf den Aufnahmen immer stärker in ihre eigene Realität hineinzureichen scheinen. Was unangenehm ist. Andererseits hat man als Moderatorin eines Paranormal-Podcasts natürlich auch irgendwann eine gewisse Verpflichtung gegenüber dem Thema...
Regisseur Ian Tuason, der hier sein Langfilmdebüt gibt, baut praktisch den ganzen Film um Geräusche herum. Die zugeschickten Aufnahmen wurden tatsächlich mit einem iPhone aufgenommen, und Tuason ließ die Darsteller beim Einsprechen durch das Haus laufen, Türen benutzen, Böden knarren und Gegenstände bewegen, damit das Ganze möglichst echt klingt. Er bezeichnet Sound selbst als den wichtigsten Bestandteil eines Horrorfilms. Mit Kopfhörern funktioniert das besonders gut. Man hört etwas hinter Evy, irgendwo knackt Holz, eine Stimme ist kaum verständlich, ein Geräusch könnte aus der Aufnahme kommen oder aus ihrem eigenen Haus. Und selbstverständlich starrt man gleichzeitig in die dunklen Ecken des Bildes, weil dort bestimmt gleich etwas steht.
Der Film arbeitet viel mit leerem Raum und der Erwartung, dass gleich etwas passieren müsste. Es ist ein langsamer Horrorfilm, bei der die einen nervös im Kinosessel sitzen und die anderen irgendwann ungeduldig anfangen, Facebook durchzuscrollen. Die einzelnen Aufnahmen folgen einem ziemlich vorhersehbaren Muster: neue Datei, neue unangenehme Geräusche, Evy hört zu, anschließend passiert etwas Merkwürdiges im Haus. Dann wieder von vorne. Das Konzept des Podcasts ist es, in jeder Folge immer eine Audiodatei zu hören und dazwischen zu pausieren und es sacken zu lassen, bis man sich dann zum ersten Mal die nächste Aufnahme anhört. Ist das realistisch? Ich weiß nicht, passt wohl eher zum Konzept des Filmes statt zum Konzept des Podcasts. Der Film hat viel Leerlauf, und zeigt auch meist nur die Podcasterin mit Kopfhörern, was optisch ein wenig langweilig wird. Am Ende kommt noch etwas Tempo rein, aber über ein "Okay, ordentlich" geht das alles nicht hinaus. Als Beweis dafür, wie wichtig Ton für Horror sein kann, ist der Film zumindest äußerst interessant. (Haiko Herden)
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