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Rigor Mortis - Leichenstarre(Hongkong 2013)Originaltitel: Jiang Shi Alternativtitel: Regie: Juno Mak Darsteller/Sprecher: Chin Siu-Ho, Kara Hui, Pau Hei-Ching, Anthony Chan Yau, Lo Hoi-Pang, Richard Ng, Chung Fat, Billy Lau, Genre: - Drama - Horror/Splatter/Mystery
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In einem leicht heruntergekommenen Wohnblock lebt der alte Yau, seines Zeichens ehemaliger Vampirjäger. Arbeit für ihn gibt es nicht mehr, auch wenn in dem Hochhaus einige Geister umgehen, mit denen sich Yau aber arrangiert hat. Als ein älterer Nachbar stirbt, holt seine Witwe ihn mittels schwarzer Magie ins Leben zurück, allerdings als blutdurstigen Vampir, der nur schwer unter Kontrolle gehalten werden kann. Seine Anwesenheit bewirkt zudem, dass auch die anderen Geister des Hauses aktiver und aggressiver werden. Yau muss noch einmal in seine alte Rolle schlüpfen, unterstützt von einem lebensmüden Nachbarn, den er einmal vor dem Selbstmord bewahrt hat…
In den 80er Jahren gab es im ostasiatischen Film einmal das Subgenre des „hüpfenden Geistes/Vampirs“, das aber spätestens mit moderneren Horrorfilmen im Stile von „Ringu“ in Vergessenheit geriet. Mit „Durst“ lebte der Vampirfilm zunächst in Südkorea wieder auf, mit „Rigor Mortis – Leichenstarre“ gibt es nun einen neuen Vertreter des Genres, der ziemlich düster und hoffnungslos geraten ist. Wenn man von asiatischen Vampiren spricht, darf man nicht erwarten, dass es viele Ähnlichkeiten mit europäischen oder amerikanischen Vertretern dieser Richtung gibt. Asiatische Vampire sind eher Geister und lassen sich auch nicht unbedingt mit den gleichen Mitteln wie hierzulande bannen oder töten. Fast ähneln sie mehr dem altmodischen, karibischen Zombie (aus der Vor-Romero-Filmgeschichte), als „Dracula“ oder gar den modernen „Twilight“-Weichlingen.
Wenn man allerdings eine Mischung aus asiatischen Geisterfilmen, Arthouse-Movie und einigen blutigen Momenten mag, ist man hier richtig. Der etwas über 100minütige Film baut in der ersten Hälfte noch ohne allzu viel Action und Horror eine schöne Atmosphäre auf. Man lernt die teilweise sehr verschrobenen Bewohner des Hauses kennen und es kommt eine bedrückende Stimmung auf. Im Grunde gibt es gar keine stringente Handlung, bis der tote Bewohner zum untoten Leben erweckt wird. Erst in der letzten halben Stunde geht es richtig zur Sache und es wird teilweise auch blutig.
Umgesetzt wird das alles in sehr stylischen und teilweise wunderschönen Bildern und es wird schnell klar, dass hier die optische Umsetzung über dem Inhalt steht. Die Bilder sind farblos, trist und nur Details werden farbig hervorgehoben, so ist Blut unnatürlich leuchtend rot oder das unheimliche, weißhaarige Kind beinahe wie ein Albino gezeichnet. Hier und da wirkt die Atmosphäre fast surreal und unwirklich und so manche Einstellung erinnert entfernt an Dario Argento in alten Zeiten, auch, wenn das sicher eher ein Zufall ist, als ein echtes Vorbild für Regisseur Juno Mak. Auf „moderne“ Stroboskop-Schnitt-Technik wird verzichtet, alles ist weitgehend ruhig gehalten, auch in den actionreicheren Szenen. Zudem wird fast komplett auf den für uns Europäer oft so unverständlichen albernen Humor in Asia-Filmen verzichtet. Insgesamt ist „Rigor Mortis – Leichenstarre“ eher Fantasy als Horror, wobei der Übergang fließend ist.
--- ACHTUNG SPOILER ---
Interessanterweise ist das Ende des Filmes – nach der ansonsten trostlosen, fast schon emotionslosen Stimmung – beinahe versöhnlich, wenn man herausfindet, warum Hauptfigur Yau in seinem kleinen Lokal jeden Tag die gleiche Menge an Portionen Kleb-Reis serviert. Das ist eine interessante Wendung und lässt beim zweiten Anschauen einige Szenen in einem neuen Licht erscheinen. Keine „The Sixth Sense“-Überraschung, aber doch gelungen.
--- ENDE ---
Die deutsche Blu Ray kommt von Ascot Elite und ist ungeschnitten. Der Film selber ist ab 16 Jahren freigegeben, die FSK18-Kennzeichnung auf dem Cover liegt wohl hauptsächlich an dem enthaltenen Trailer zu „Savaged“. Ob man sich durch das rote Siegel höhere Verkaufszahlen verspricht, kann ich nicht beurteilen. Die Bildqualität ist einwandfrei, handelt es sich doch um eine verhältnismäßig große Produktion. Auch am Ton auf Deutsch und Kantonesisch gibt es nichts auszusetzen. Dazu kann man deutschsprachige Untertitel einschalten. Das Bonusmaterial ist Standard, mit einer Making Of-Featurette, zwei Trailern und einer kurzen Bildergalerie.
Die Veröffentlichung kommt in einem Pappschuber, der allerdings nur die Optik des eigentlichen Covereinlegers wiederholt und kein alternatives Artwork bietet und somit eigentlich überflüssig ist. Fans von asiatischen Geisterfilmen sollten natürlich trotzdem zugreifen, denn geisterhafte Mädchen mit langen schwarzen Haaren gibt es auch zu bewundern. (A.P.)
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