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Dust Devil

(England 1992)

Originaltitel: Dust Devil
Alternativtitel:
Regie:
Richard Stanley
Darsteller/Sprecher: John Matshikiza, Robert John Burke, Terri Norton, Chelsea Field, Rufus Swart, Marianne Sägebrecht,
Genre: - Horror/Splatter/Mystery


Richard Stanley mag man oder mag man nicht. Dazwischen gibt es kaum etwas. Ich persönlich gehöre zur ersten Gruppe. Schon sein Erstling "M.A.R.K. 13", dessen Originaltitel "HARDWARE" weit passender ist, hatte es mir angetan, aber "DUST DEVIL" grenzt an echte Kunst.

Die Grundgeschichte ist schnell erzählt. Der Dust Devil, ein Fremder ohne Namen, eine Urgewalt, die Afrika durchwandert, wird von all jenen angezogen, die mit dem Leben abgeschlossen haben. Den Einsamen, den Verlassenen und den Verdammten, die sich wiederum von ihm angezogen fühlen und zu seinen Opfern werden. Auf seiner Wanderung, die von Toten gepflastert ist, trifft der Dust Devil auf eine Frau, die ihn über seine auferlegte Mission hinaus fasziniert.

Dieser Film wurde vor Jahren schon einmal aufgelegt, aber bei SCREEN POWER gibt es nun den Director’s Cut, die um 18 Minuten längere Fassung, die Richard Stanley als die einzig wahre ansieht. Der Film erinnert ein wenig an Dario Argento zu seinen besten Zeiten. So wie das italienische Genie reichert Stanley seine Geschichte, die er auch geschrieben hat, mit vielen Szenen an, die mit der Haupthandlung nur wenig zu tun haben, die man erfassen und nicht verstehen muß. Der Mythos vom Dust Devil, der Gestalt gewordenen Winde und der Wüste, ist es auch, der der Geschichte seine Stärke gibt. Szenen und Unterhaltungen über die Magie und das Böse, das unsere Welt durchstreift, sind es, die "Dust Devil" über einen gewöhnlichen Killer-Film hinausheben. Unterstützend wirkt hier Stanleys Stil, der seine Geschichte in rötliche Farben verhüllt und mit der Kamera Bilder einfängt, die schon beinahe halluzinatorische Wirkung haben. Stanley erzählt seine Geschichte ohne Kompromisse und beschwört mit der menschenleeren Wüstengegend eine Einsamkeit und Trostlosigkeit herauf, die allumfassend ist. Einziger Makel des Films ist Marianne Sägebrecht, die in einer Nebenrolle als Pathologin dabei ist. Die Deutsche spielt hier dermaßen hölzern und leiert ihren Text runter, dass es selbst ein Laiendarsteller aus der letzten Provinz nicht schlechter machen könnte.

Erfreulicherweise liegt nun also der Director’s Cut in einer deutschen Fassung vor, aber die Präsentation von SCREEN POWER läßt leider einiges zu wünschen übrig. Die Bildqualität ist erstaunlich schlecht und wirkt wie ein zweite Kopie. Das wäre aber noch gar nicht mal so schlimm wie die Untertitel bei den zusätzlichen Szenen, die nun erst eingefügt wurden. Wer auch immer sich im einzelnen für die Untertitel verantwortlich zeichnet, hat denkbar schlechte Arbeit geleistet. Einerseits werden die englischen Dialoge z.T. verfälschend wiedergegeben, andererseits werden nur die halben Dialoge untertitelt, so dass es tatsächlich Szenen gibt, bei denen sich der Zuschauer, so er des Englischen unkundig ist, nur wundern kann. Somit ist die hier vorliegende Fassung noch nicht die definitive. Bleibt nur zu hoffen, dass die Fehler bei einer weiteren Auflage ausgebügelt werden. (Peter Osteried)

Durch die Wüste von Namibia zieht ein einsamer, düsterer Mann, der sogenannte Dust Devil. Er hat schon immer existiert und versucht, ein Ritual zu erfüllen, denn solange dies nicht erfüllt ist, ist er in der realen Welt gefangen. Auslöschen kann man ihn nur, wenn es einem gelingt, dass er menschlich wird, denn dann ist er genauso verletztlich, wie ein Mensch. Seine Obsession ist es, Opfer zu finden, die des Lebens müde geworden sind und sie bestialisch und rituell umzubringen und die Wände am Tatort mit dem Blut der Opfers mit mystischen Zeichen vollzumalen. Wendy Robinson fährt durch genau diese Wüste, sie hat ihren Ehemann verlassen und irrt nun ziellos durch die Gegend, bis sie den Dust Devil als Anhalter mitnimmt und sich in diesem verliebt. Unterdessen ist ihm ein Polizeioffizier und ein Shamane dicht auf den Fersen...

Ich weiß eigentlich gar nicht, wieso alle so sehr auf den Filmen von Richard Stanley herumhacken. Sein Erstlingswerk „M.A.R.K. 13 – HARDWARE“ war ein atmosphärisch dichtes Kammerstück in der Tradition von „DES TEUFELS SAAT“ und auch „DUST DEVIL“ hat eine einmalige und gelungene Atmosphäre. Sicherlich zieht der Film sich manchmal hin, doch das ist ungemein wichtig für die Handlung und die komplette Wirkung auf den Betrachter. Irgendwie ist mir beim Schauen in den Sinn gekommen, dass man Richard Stanley, der übrigens auch Videos für die Düstergruppe Fields Of The Nephilim gemacht hat, der Wim Wenders des Horrorfilms ist, was nicht zuletzt auch am gitarre-betonten Soundtrack á la Ry Cooder liegt. Von SCREEN POWER ist ein Final Cut in Deutschland erschienen, der auch vom Regisseur autorisiert ist und 18 Minuten länger geht, als die alte Version, insgesamt also 104 Minuten. Hier sind diverse neue Szenen enthalten, die allerdings deutsch untertitelt sind. (Haiko Herden)

Es ist der Sommer 1990 im Bezirk Bethany der Namib-Wüste in Südafrika. Seit sieben Jahren herrscht eine schreckliche Dürreperiode. Durch diese Kulisse marschiert ein dämonischer Mann namens Texas, um verzweifelte Menschen zu erledigen, damit seine Macht größer wird, damit er in das Reich des Geistes zurückkehren kann. Wendy Robinson verläßt spontan ihren Ehemann, da ihre Ehe in Scherben liegt und fährt durch die Wüste, sie ist völlig verzweifelt, ihr Mann reist ihr hinterher, ist ihr immer auf den Spuren. Auf ihrem Weg ins Nirgendwo trifft sie auf Texas und verfällt ihm. Eine kurze, aber intensive Beziehung bahnt sich an, doch als Wendy erkennt, wer oder was Texas wirklich ist, flüchtet sie in die Wüste...

Das hier ist der zweite Spielfilm von Richard Stanley, sein erster war "M.A.R.K. 13 – HARDWARE" und dazu gibt es auch einige Parallelen, so z.B. die farbliche Gestaltung des Filmes, welche vorzugsweise in orange zu sehen ist. Desweiteren die Vorliebe für die Sandwüste und teils wirkt das Ganze wie Italo-Western. Man kann den Film nicht unbedingt als unterhaltend ansehen, so im Sinne von Easy Watching, denn dazu sind zu viele Dinge, die auf einen einplatschen: Viele Details der Bilder, viele Details der Story und ein gelungener Soundtrack, der auch vom Easy Listening abschweift. Splattereffekte gibt es einige wenige, die uns auch keine neuen Einblicke in die Anatomie des Menschen bringen, besonders kann man da erwähnen, wie ein Kopf vom Körper geschossen wird. Kann man also gerne mal gucken. (Haiko Herden)



Alles von Richard Stanley in dieser Datenbank:

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- Dust Devil (England 1992)
- M.A.R.K. 13 - Hardware (England / USA 1990)

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