| HAIKO´S FILMLEXIKON
DAS OMEN
1 DAS OMEN - ZEITREISEN DES ANTICHRISTEN DAS OMENDas ist wohl einer der
Urväter der „Teufel kommt auf die Erde“-Filme, der allerdings damals
keine besonders tolle Kritiken bekommen hat. Hier wurde eine hanebüchene
Story reklamiert, ausdruckslose Schauspieler (nicht unbedingt zu Unrecht)
und allgemeine Lächerlichkeit. Ich persönlich finde allerdings,
daß „DAS OMEN“ eine sagenhaft gruselige Atmosphäre hat,
wie Gregory Peck zum Beispiel die beiden Gräber auf dem Friedhof öffnet
und in dem einen sein eigenes Kind mit eingeschlagenem Schädel findet
und in dem anderen Grabs das Skelett eines Wolfes, ist wirklich Gänsehaut
pur. Die Szene, in der dem Reporter der Kopf von einer vom Lastwagen rutschenden
Glasscheibe abgeschlagen wird und der Kopf auf der Scheibe herumhüpft,
ist ebenfalls ein grandioser Einfall. Der kleine Damien-Schauspieler übrigens
ist wirklich furchteinflößend, das ist wirklich kein Kind, was
man selber haben möchte. Was mich sicherlich ein wenig verwirrt ist
die Tatsache, daß Damien sich gegen alle Leute wehren kann, nur gegen
Thorn nicht. Wieso eigentlich? Mir ist keine einleuchtende Erklärung
eingefallen. Übrigens feiert Regisseur Richard Donner hiermit sein
Spielfilm-Debüt!
Regie: Richard Donner Darsteller: Gregory Peck, Lee Remick, David Warner, Billie Whitelaw, Leo McKern USA 1975 (H.H.)
"DAS OMEN“ gehört mit absoluter Sicherheit zu den 10 wichtigsten Horrorfilmen überhaupt. In den 70er Jahren gab es eine ganze Welle von Filmen über den Teufel, ausgelöst ursprünglich von „ROSEMARIES BABY“ von Roman Polanski. Neben „DER EXORZIST“ konnte man aber nur „DAS OMEN“ wirklich ernst nehmen. Neben einer sehr guten Besetzung überzeugt der Film vor allem durch eine wirklich unheimliche Atmosphäre, aber auch durch einige ziemlich derbe Effekte, die in deutschen Veröffentlichungen lange geschnitten waren. Die DVD-Edition zum 25 Jährigen Jubiläum des Films kommt in einer schön gestalteten Box mit Teil 1 bis 3 und ist komplett ungeschnitten. Teil 1 ist aber auch einzeln erhältlich. Bild- und Tonqualität sind sehr gut, der Film kommt natürlich im Original-Kinoformat und als Bonus gibt es neben einem Trailer und einem Audiokommentar des Regisseurs auch noch zwei Dokumentationen. Als Sprachen sind Deutsch und Englisch wählbar, ebenso als Untertitel. Damit ist dies eine würdige Veröffentlichung eines wahren Horror-Klassikers. Originaltitel: The OmenRegie: Richard Donner Darsteller: Gregory Peck, Lee Remick, David Warner, Billie Whitelaw, Leo McKern USA 1975 20th Century Fox (A.P.) DAMIEN – OMEN 2Der erste Teil aus dem
Jahre 1976 ist ein echter und gruseliger Klassiker. Schon die erste Fortsetzung
ist bedeutend schlechter geworden, obwohl auch hier einige schöne
Atmosphären aufkommen, ganz besonders die Mordszenen, durch die der
Film lebt, sind schön in Szene gesetzt, ganz besonders der Part mit
dem herabstürzenden Fahrstuhl. Auch wenn es von der Story her etwas
langweilig ist, denn irgendwie findet immer jemand heraus, daß Damien
der Antichrist ist und stirbt kurz darauf. Erwähnenswert ist noch
der gute Damien-Schauspieler, der wirklich unheimlich gucken kann.
Regie: Don Taylor Darsteller: William Holden, Lee Grant, Jonathan Scott-Taylor, Lance Henriksen, Robert Foxworth, Elizabeth Shepherd USA 1978 (H.H.)
Direkte Fortsetzung des legendären Films „Das Omen“. Die Geschichte wird konsequent weiter erzählt, kommt aber weder inhaltlich noch formal an den Vorgänger heran. Die gruselige Stimmung des ersten Teils wird nur selten erzeugt, manches wiederholt sich und die Schockeffekte kommen da bei weitem nicht heran. Dennoch ist der Film natürlich recht gut gelungen und lässt am Ende alle Möglichkeiten für eine Fortsetzung offen, die auch prompt 2 Jahre später kam und die Trilogie zum Abschluß brachte. „Damien - Omen 2“ ist bisher nur innerhalb der „Omen-Trilogie“-Box erschienen, wird aber bestimmt auch irgendwann nochmal einzeln zu erwerben sein. Wie Teil 1 ist der Film ungeschnitten, hat sehr gute Bild- und Tonqualität, kommt im Kinoformat und lässt sich auf deutsch oder Englisch ansehen, auch mit den entsrechenden Untertiteln. Als Bonus gibt es einen Audiokommentar des Produzenten und Trailer zu allen 3 „Omen“-Filmen.Originaltitel: Damien – Omen 2 Regie: Don Taylor Darsteller: William Holden, Lee Grant, Jonathan Scott-Taylor, Lance Henriksen, Robert Foxworth, Elizabeth Shepherd USA 1978 20th Century Fox DVD (A.P.) BARBARA´S BABY – OMEN 3Der dritte Teil der „OMEN“-Reihe
kommt ziemlich unblutig daher, im Gegenzug dazu gibt es allerdings viel
zu viele Dialoge. Eigentlich sollte das hier das Ende der Reihe sein, aber
einige Zeit später folgte noch eine TV-Produktion, die mehr schlecht
als recht als vierter Teil gelten dürfte, da Damien hier gar nicht
mehr vorkommt. Im Grunde ist es ein langweiliges Ende, als Abschluß
einer Trilogie hätte man sich ein furioses, apokalyptisches Ende gewünscht,
aber das hier ist wirklich unspektakulär. Was dem Film ebenfalls noch
etwas fehlt, ist Atmosphäre. Selbst der geniale Soundtrack von Jerry
Goldsmith kann da nicht weiterhelfen. Übrigens: Die Idee mit dem Töten
aller Babys eines bestimmten Datums wird später in dem Hongkong-Film
„DEVIL 666“ wiederverwertet.
Regie: Graham Baker Darsteller: Sam Neill, Rossano Brazzi, Don Gordon, Lisa Harrow, Barbaby Holm, Mason Adams USA 1981 (H.H.)
Der dritte Teil der „Omen“ Reihe ist definitiv der schwächste. Hier stimmt eigentlich gar nichts, die Story ist an den Haaren herbeigezogen und hat nichts von der unheimlichen Atmosphäre der ersten beiden Teile. Die Schauspieler geben sich redlich Mühe, aber selbst Sam Neill als Damien kann letztendlich nicht überzeugen. Traurig ist, daß der Antichrist hier zu einem banalen Sektenführer verkommt, der dazu noch wenig Charisma versprüht und kaum bedrohlich wirkt. Nervig ist auch das übertriebene und zu den ersten beiden Teilen kaum passende christliche Brimborium um die Wiedergeburt Christi, incl. Lichterscheinungen und ähnlichem Firlefanz. Dazu gibt es noch gigantische Logiklöcher, vor allem, was die Zeitlinie der 3 Filme betrifft, die hier auf den Kopf gestellt wird (siehe dazu den Extra-Bericht „Das Omen - Zeitreisen des Antichristen“). Die Todesfälle sind auch bei weitem nicht so einfallsreich, wie bisher gewohnt. Leider ist „Barbara´s Baby - Omen 3“ der schwächste Film der ganzen Reihe, incl. des ebenfalls schwachen 4. Teils. Und was hat sich der deutsche Verleih beim dämlichen deutschen Titel gedacht? Da wird doch alles, was dem Film noch hätte spannend machen können, schon im Vorwege verraten! Setzen, 6! Auch diese DVD gibt es bisher nur als Teil der „Omen Trilogie“-Box, entsprechend ist die Ausstattung. Bild und Ton sehr gut, Englische und Deutsche Sprache zur Wahl, selbige Sprachen als Untertitel, Kinoformat und als Bonus einen Audiokommentar und nochmals die Trailer zu den 3 Filmen. Der Vollständigkeit halber kann man natürlich auf den Film nicht verzichten, inhaltlich ist er aber eher enttäuschend. Originaltitel: The Final Conflict / Omen 3 – The Final Conflict / Barbara´s Baby – Omen 3Regie: Graham Baker Darsteller: Sam Neill, Rossano Brazzi, Don Gordon, Lisa Harrow, Barbaby Holm, Mason Adams USA 1981 (A.P.) OMEN 4 – DAS ERWACHENBei diesem vierten Aufguß
handelt es sich um eine amerikanische Fernseh-Produktion. Man erkennt es
schon an der Story, daß sie ein Rip Off des „OMEN 1“ (mit einigen
„ROSEMARIES BABY“-Einlagen) ist und damit muß der Film sich gefallen
lassen, daß man ihn direkt mit dem Original vergleicht, wobei Teil
4 natürlich ganz gewaltig verliert. Aber eigentlich ist der Film trotzdem
besser als erwartet, die Story ist einigermaßen spannend und die
Schauspieler sind größtenteils auch begabt. Natürlich kommt
die Atmosphäre nicht so toll rüber wie im ersten Teil
Regie: Jorge Montesi, Dominique Othenin-Girard Darsteller: Faye Grant, Asia Vireira, Michael Woods, Michael Lerner, Madison Mason, Ann Hearn USA 1991 (H.H.)
10 Jahre nach dem Abschluß der „OMEN“-Trilogie wurde noch dieser Fernsehfilm nachgelegt, der aber eigentlich völlig unnötig ist, denn 1. erzählt er im Prinzip nur noch mal eine Variation des ersten Teils, 2. strotzt er nur so vor Logiklöchern und 3. ist ihm jederzeit anzusehen, daß es eben nur eine TV-Produktion ist. Die Effekte sind recht einfach gehalten, die Todesopfer sterben fast genau wie die im 1. Teil und um gruselige Stimmung zu erzeugen, bietet das Drehbuch nur allseits bekannte Zitate aus der Offenbarung des Johannes und jede Menge umgedrehte Kreuze, die bei jeder Gelegenheit irgendwo im Bild auftauchen. Die weithin unbekannten Schauspieler geben sich Mühe, kommen aber über TV-Niveau nie hinaus. Lediglich das 8-jährige Mädchen, gespielt von Asia Vieira, kommt überraschend überzeugend rüber und sieht tatsächlich böse aus, wenn sie ihre Adoptivmutzter kalt anblickt. Nun ja, bleibt zu hoffen, daß dieser inoffizielle vierte Teil der „Omen“-Reihe nun auch wirklich der letzte war, oder ist es vielleicht ein Werk des Antichristen, uns mit immer neuen Fortsetzungen zu langweilen, bis Satan´s Sohn dem Zuschauer nicht mehr unheimlich ist und dieser dann unbemerkt die Weltherrschaft erlangen kann? Originaltitel: Omen 4 – The AwakeningRegie: Jorge Montesi, Dominique Othenin-Girard Darsteller: Faye Grant, Asia Vireira, Michael Woods, Michael Lerner, Madison Mason, Ann Hearn USA 1991 Fox Video (A.P.) DAS OMEN - ZEITREISEN DES ANTICHRISTEN Nein, dies ist keine weitere Fortsetzung der legendären „Omen“-Reihe, sondern eine kurze Betrachtung eines gigantischen Logikfehlers innerhalb der Filme, der den sowieso schon schwachen 3. Teil noch schlechter aussehen lässt, da sich der Drehbuchautor offensichtlich keine Gedanken gemacht hat oder aber die ersten beiden Teile einfach nicht kannte. Schon häufig ist mir bei Filmreihen aufgefallen, daß von einem zum anderen Teil unlogische Zeitsprünge gemacht werden, so zum Beispiel bei „Terminator“ Teil 1 + 2, wo das Alter des Jungen im zweiten Teil dem zeitlichen Abstand innerhalb der Geschichte widersprach. Noch extremer ist dies bei „Das Omen“. Teil 1 ist 1976 entstanden, ich gehe mal davon aus, daß die Handlung auch in diesem Jahr angesiedelt ist, was Kleidung, Autos und Ausstattung belegen. Dem entgegen spricht allerdings, daß im Film der Beitritt Italien´s zur EWG (heute EU) erwähnt wird, als Symbol des Wiedererwachens Roms und somit der Geburt des Antichristen. Italien war im Jahre 1957 Gründungsmitglied der EWG. Allerdings wird im Film nicht erwähnt, ob dieser Beitritt gerade stattgefunden hat (was für eine Handlung Ende der 50er Jahre sprechen würde und damit den 3. Teil wieder in etwa zeitlich korrekt ansiedeln würde), oder ob die EU Gründung allgemein gemeint war. Eventuell war auch Italiens Übernahme des Vorsitzes im EWG-Rat im Juli 1975 gemeint... Ich gehe mal weiter davon aus, daß der erste Teil im Jahre 1976 spielt. Das würde bedeuten, daß Damien am 6. Juni 1971 geboren wurde, da er im Film 5 Jahre alt ist (es wird mehrmals von der Geburt in Italien „vor 5 Jahren“ gesprochen). Teil 2 der Serie spielt laut Schrifteinblendung nach dem Tod Bugenhagen´s „7 Jahre später“, Damien ist also 12-13 Jahre alt und somit müsste der 1978 gedrehte Film im Jahre 1983 spielen, was zwar dem Produktionsjahr widerspricht aber legitim ist, da man mit einem 7-jährigen Damien nicht viel neues hätte anfangen können. Ein in die Pubertät kommender Damien ist da natürlich viel interessanter, weil man sein Erwachsenwerden und die Erkenntnis, wer er tatsächlich ist, natürlich gut verbinden kann. Bis hierhin stimmt die logische Zeitlinie also noch, doch dann wurde 1981 Teil 3 produziert... Damien ist jetzt 32 Jahre alt, wie im Fernsehinterview eindeutig festgestellt wird, d.h. logischerweise müsste der Film etwa im Jahre 2003 spielen! Tatsächlich spielt er jedoch im Jahre 1982, was dadurch belegt wird, daß Damien dem US-Präsidenten mitteilt, er könne nur 2 Jahre den Posten des Botschafters in England annehmen, da er 1984 für den Senat kandidieren will. Damit spielt Teil 3 ein Jahr vor der Handlung von Teil 2, während Damien tatsächlich aber rund 20 Jahre älter geworden ist!!!!!!! Sollte hier sein Vater der Teufel die Finger im Spiel gehabt haben und Damien schneller altern lassen, ihn gleichzeitig aber in der Zeit zurückschicken? Weitaus interessanter wäre es doch gewesen, sich an die logische Zeitlinie zu halten und die Handlung tatsächlich im Jahre 2003 anzusiedeln, was dem Drehbuchautoren beinahe unendliche Freiheit gelassen hätte, da er sich nicht an aktuellen Ereignissen hätte orientieren müssen, sondern die Weltpolitik ganz anders hätte aussehen lassen können, was den Film bestimmt weitaus spannender gemacht hätte. Wahrscheinlich wäre es der Produktionsfirma aber zu teuer gewesen, Kulissen, Kostüme etc. für eine in der Zukunft spielende Geschichte herzustellen. Aber selbst, wenn man annimmt, daß der erste Teil Ende der 50er Jahre spielte (aufgrund der EWG-Äußerung zu Italien), müßte der 32-jährige Damien 1950 geboren sein, was es wiederum unmöglich macht, daß er nach Gründung der EWG 1957 fünf Jahre alt war, wie im ersten Teil erwähnt, sondern mindestens sieben. Wie man es auch dreht und wendet, es passt nicht! Kurz noch zu Teil 4... Dieser nimmt die zeitliche Vorgabe des 3. Teils auf. Wenn man davon ausgeht, daß die 8-jährige Delia tatsächlich Damiens Tochter ist, und wenn man weiterhin annimmt, daß sie mit der Reporterin im 3. Teil gezeugt wurde (sollte dies vorher geschehen sein, wäre Damien´s Kind bestimmt im 3. Teil schon erwähnt worden), so passt der zeitliche Abstand zwischen Teil 3 und dem 1991 produzierten 4.Teil in etwa, sofern man davon ausgeht, daß die Handlung hier etwa zum Zeitpunkt der Filmproduktion angesiedelt ist, wogegen eigentlich nichts spricht, da Kleidung, Umwelt, Autos etc. darauf hinweisen. Ich will mit diesem Artikel nicht als Erbsenzähler erscheinen, aber erstens, macht es durchaus Spaß, solche Fehler zu entdecken und zweitens finde ich das für eine eigentlich recht ernsthaft angelegte Reihe wie „Das Omen“ doch ziemlich peinlich, so daß es wenigstens erwähnt werden sollte.Das heisst natürlich nicht, daß die Filme jetzt schlecht wären... Wer sich für weitere Fehler in Filmen interessiert, sollte sich mal auf www.movie-mistakes.com umsehen , da gibt es jede Menge witziges zu entdecken (allerdings nicht den hier von mir beschriebenen Fehler). (A.P.)ZURÜCK ZUM FILMLEXIKON |