Die Hand an der Wiege(USA 2025)Originaltitel: Hand That Rocks the Cradlem The Alternativtitel: Regie: Michelle Garza Cervera Darsteller/Sprecher: Maika Monroe, Mary Elizabeth Winstead, Raúl Castillo, Mileiah Vega, Nora Contreras, Lola Contreras, Martin Starr, Yvette Lu, Genre: - Thriller
|
Nach einem traumatischen Vorfall gerät das Leben von Julie Manning völlig aus dem Gleichgewicht. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrem kleinen Kind versucht sie, wieder so etwas wie Normalität herzustellen. Da taucht die scheinbar perfekte Nanny Peyton auf, die sich als kompetent, fürsorglich und beinahe zu gut erweist, um wahr zu sein. Peyton übernimmt schnell eine zentrale Rolle im Haushalt der Mannings. Sie kümmert sich um das Kind, organisiert den Alltag und gewinnt zunehmend das Vertrauen der Familie. Nach und nach beginnt sie, gezielt Einfluss auf die Familie zu nehmen, Beziehungen zu manipulieren und die Kontrolle über das Leben der Mannings an sich zu reißen. Während Julie zunehmend misstrauisch wird, scheint ihr Umfeld die Veränderungen lange nicht wahrzunehmen. Doch so langsam wird klar, dass Peyton einen Plan hat...
Man braucht es nicht schönreden: Eine Neuauflage von "DIE HAND AN DER WIEGE" stand jetzt nicht unbedingt ganz oben auf der Wunschliste der Filmwelt. Der Thriller von 1992 funktioniert nämlich bis heute erstaunlich gut. Umso überraschender ist es, dass die Version von Michelle Garza Cervera nicht einfach nur eine müde Kopie abliefert, sondern dem Stoff tatsächlich ein bisschen neues Leben einhaucht. Was sofort auffällt, ist der Ton. Der Film wirkt moderner, klar, aber nicht geschniegelt glattgebügelt. Stattdessen legt er den Fokus stärker auf psychologische Spannungen und ein unterschwellig unangenehmes Gefühl, das sich langsam aufbaut. Die Geschichte kennt man im Kern natürlich schon, aber sie wird hier etwas anders gewichtet. Die Figur der Peyton ist dabei wieder das Zentrum des Ganzen. Sie ist nicht einfach nur "die Böse", sondern jemand, der sich Stück für Stück in das Leben der Familie einschleicht und es von innen heraus verändert. Das funktioniert deshalb so gut, weil der Film sich Zeit nimmt. Im Vergleich zum Original "DIE HAND AN DER WIEGE" ist das Ganze weniger reißerisch, dafür etwas kontrollierter erzählt. Das kann man als Verlust sehen, weil die alte Version teilweise schon fast lustvoll eskaliert. Handwerklich gibt es wenig zu meckern. Die Inszenierung ist sauber, die Spannungskurve funktioniert, und auch visuell bleibt alles auf einem guten Niveau. Natürlich bleibt die Frage, ob man das alles wirklich noch einmal gebraucht hätte. Wahrscheinlich nicht. Im Zweifelsfall legt man eh die DVD mit der alten Version wieder in den Player. (Haiko Herden)
|