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Johanna von Orleans

(USA 1999)

Originaltitel: Joan Of Arc
Alternativtitel:
Regie:
Luc Besson
Darsteller/Sprecher: Milla Jovovich, John Malkovich, Faye Dunaway, Dustin Hoffma,
Genre: - Drama


Im 15. Jahrhundert befinden sich Frankreich und England in einem blutigen, endlosen Krieg. Eines Tages taucht das junge Bauernmädchen Jeanne auf und verspricht dem Dauphin, dass sie seine Armeen gegen die Engländer mit Gottes Hilfe zum Sieg führen wird. Tatsächlich gelingen ihr überwältigende Siege, doch schon bald hat sie ihre Schuldigkeit getan und wird der Ketzerei angeklagt...

Wer auch nur ein paar Jahre in der Schule war und ein klein wenig aufgepasst hat, sollte die Geschichte von Jeanne D´Arc zumindest in ihren Grundzügen kennen. Wer noch nie davon gehört hat, sollte mal ernsthaft überlegen, ob er nicht mal das eine oder andere Bier nicht trinkt und stattdessen einen Volkshochschulkurs über wichtige Ereignisse der europäischen Geschichte belegt, um wenigstens ein klitzekleines bisschen Allgemeinbildung vorweisen zu können.

Die Geschichte um Frankreichs Nationalheldin und inzwischen heilig gesprochene Heerführerin gehört zu den großen Mythen der europäischen Vergangenheit und hat wahrscheinlich mehr bewegt, als der erste Weltkrieg und die Entdeckung Amerikas. Luc Besson, Regisseur von genialen Filmen wie „Subway“, „Nikita“, „Im Rausch der Tiefe“, „Leon Der Profi“ und „Das Fünfte Element“ hat die Geschichte von Jeanne D´Arc nicht als erster filmisch umgesetzt, auf jeden Fall dürfte er aber zu den ambitioniertesten gehören, die es versucht haben. Die Ausstattung ist wirklich grandios und mit Akribie so originalgetreu wie möglich umgesetzt. Angeblich wurde auch bei den geschichtlichen Tatsachen auf Genauigkeit geachtet, was ich aber kaum beurteilen kann. Abgesehen von der geschichtlichen Relevanz der Geschichte ist auch die Umsetzung, hier und da mit Sicherheit dramatisiert, als Abenteuerfilm durchaus gelungen. Der ewige Vergleich mit „Braveheart“ ist meiner Meinung nach fehl am Platze, da die Grundvoraussetzungen völlig andere sind. Abgesehen von den großen Schlachten haben die Filme nicht viel gemeinsam. Allerdings sind gerade die Schlachten es, die den Film so mitreißend machen, denn diese sind derart detailliert und perfekt umgesetzt, dass man gar nicht weiß, wohin man zuerst gucken soll. Dabei fließt eine Menge Blut, es rollen Köpfe und es werden Körper zerfetzt...wie es auch im späten Mittelalter in Kriegen nun mal war. Im Mittelpunkt steht aber durchgehend Milla Jovovich als Jeanne, die voll in ihrer Rolle aufgeht und hin und wieder sogar zum overacting neigt. Wie viel Wahrheit in ihrer Darstellung liegt, weiß ich nicht, aber zumindest hat Frau Jovovich vollen Einsatz gezeigt. Und: ihre leicht überdrehte, hysterische Darstellung ist sicherlich nicht so ganz weit hergeholt, denn sonst hätte Jeanne D´Arc damals sicher nicht die Massen mitgerissen. Ein wichtiger Teil des Films sind die Gottesvisionen, die teilweise sehr gruselig umgesetzt sind. Hier tut sich besonders auch Jane Valentine als Jeanne im Kindesalter hervor, die eine großartige Vorstellung abliefert. Der Rest der Besetzung ist ebenfalls sehr gut, darunter einige echte Weltstars wie Dustin Hoffman, Faye Dunaway und John Malkovich, außerdem der französische Star Vincent Cassel, allerdings bleiben alle ein wenig blass, da sich eben alles um Milla Jovovich dreht.

Unabhängig davon, wie geschichtstreu Besson´s Film ist, hat er hier ein monumentales Historiendrama geschaffen, das gut zweieinhalb Stunden mitreißt und zumindest mich dazu gebracht hat, mich intensiver mit Jeanne D´Arc zu beschäftigen.

Die deutsche DVD von Columbia Tristar präsentiert den Film in einwandfreier Bild- und Tonqualität im Original-Kinoformat und auf Deutsch und Englisch. Zusätzlich können jede Menge Untertitel zugeschaltet werden. Als Bonus gibt es den Trailer, einen Teaser, ein über 20minütiges „Making Of“, das allerdings eher Hintergründe zu Jeanne D´Arc erzählt und nicht, „wie“ der Film gemacht wurde. Dazu gibt es den Soundtrack und diverse Texttafeln mit Filmo-/Biographien. (A.P.)

Im Jahre 1412 wird die Bauerntochter Johanna geboren, mitten in den Wirrungen des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich. Sie ist ein sehr gläubiges Mädchen und besucht den Pfarrer mehrmals täglich, um zu beichten und um sich mit Gott zu unterhalten. Eines Tages muß sie mit ansehen, wie ihr Dorf von Engländern zerstört wird und ihre Schwester Catherine brutal vergewaltigt und dann getötet wird. Als alles vorbei ist, schämt Johanna sich, dass sie überlebt hat, doch ein Priester erklärt ihr, dass Gott wahrscheinlich anderes mit ihr vorhabe, größere Dinge. Die Jahre vergehen und Johanna hat mehrmals Visionen von Gott, so dass sie glaubt, dass sie auserwählt sein würde, die Franzosen siegreich aus dem Krieg zu führen. Als "Jungfrau von Lorraine" will sie mit dem Thronerben Charles VII sprechen. Niemand nimmt sie ernst, doch da sie penetrant dran bleibt, schafft sie es tatsächlich, mit ihm zu sprechen und ihn zu überzeugen, ihr ein Kommando zu geben. Sie wird anfangs beim Militär nicht ernst genommen, doch auch hier kann sie die Soldaten überzeugen. Nach Erfolgen, Rückschlägen und Überzeugungsarbeit kann Johanna das Heer erfolgreich gegen die Engländer führen und schon bald kann Charles VII in Reims gekrönt werden. Leider laufen die Pläne zwischen Charles und Johanna nicht parallel, was darin gipfelt, dass sie gefangen genommen wird und von der katholischen Kirche der Ketzerei bezichtigt wird...

Die Geschichte kennt sicherlich jeder, der etwas Allgemeinbilung besitzt und so ist es dann auch kein Geheimnis, dass Johanna 25 Jahre nach der Verbrennung auf dem Scheiterhaufen für unschuldig erklärt wurde und im Jahre 1920 sogar von der katholischen Kirche für heilig erklärt wurde. Luc Besson hat mit diesem Film ein richtiges monumentales Epos abgedreht mit 1.500 Statisten und 3.000 Köstüme, wovon alleine 250 voll funktionstüchtige Ritterrüstungen geschaffen wurden. Sechs Monate dauerten die Dreharbeiten und Milla Jovovich mimt die Titelperson auch sehr schön. Sie ist eine Frau, die sehr weiblich, aber auch sehr männlich wirken kann, allein das heisere Kreischen und die Hektik gehen mitunter auf die Nerven, passen allerdings auch zum dargestellten Charakter. Vom Gewaltgrad her steht "JOHANNA VON ORLEANS" allerdings noch ein paar Stufen unter "BRAVEHEART", obwohl auch hier einige gemeine Dinge zu sehen wie z.B. abgeschlagene Köpfe und Blut, das selbst auf die Kameralinse spritzt. Regisseur Luc Besson, der auch schon für "DAS FÜNFTE ELEMENT" oder auch "SUBWAY" zuständig war und immer einen Blick für schöne Bilder hat, hat auch hier viel Können unter Beweis gestellt, so dass dieser 152 Minuten lange Film sehr sehenswert ist. Am sehenswertesten ist übrigens die Anfangssequenz, die extrem gruselig ist.

Die deutsche DVD von Columbia Tristar enthält eine Featurette "Making Of" (23:53 Min.), einen schönen Teaser (1:20 Min.), Filmografien zu Schauspielern und Regisseur (Luc Besson, Milla Jovovich, John Malkovich, Faye Dunaway, Dustin Hoffman). Als Sprachen gibt es Englisch und Deutsch in Dolby Digital 5.1. Das Bildformat ist 1:2.35. Untertitel sind in Englisch, Deutsch, Polnisch, Türkisch, Tschechisch, Dänisch, Ungarisch, Schwedisch, Isländisch, Finnisch. Hindi, Griechisch, Hebräisch, Norwegisch, Holländisch, Arabisch, Bulgarisch und Kroatisch verfügbar. (Haiko Herden)



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