Eine Familie zieht in ein unheimliches Haus in Amityville. Der Vater ist ein jähzorniger Tyrann, die Mutter streng gläubig, und der älteste Sohn sowie die älteste Tochter fühlen sich auf ungesunde Weise zueinander hingezogen. Die beiden jüngeren Kinder streiten sich ununterbrochen, ziehen sich Plastiktüten über den Kopf und bedrohen sich beim Abendessen auch schon mal mit Gabeln. Eine ganz normale amerikanische Familie also.
Leider wurde das Haus auf einem alten Indianerfriedhof errichtet – was die ruhelosen Geister der dort Begrabenen nicht gerade erfreut. Als ein Dämon von Sonny, dem älteren Sohn, Besitz ergreift, beginnt dieser eine tödliche Jagd auf seine eigene Familie. Der örtliche Priester versucht verzweifelt, das Unheil aufzuhalten...
Die Amityville-Reihe gehörte in den 1980er-Jahren zu den beliebtesten Horrorfilm-Serien und brachte es bis Anfang der 90er auf insgesamt fünf Teile. Dieser zweite Teil erzählt angeblich die wahre Geschichte – und ist durchaus spannend inszeniert. Ein bisschen Spukhaus-Flair, einige Poltergeist-Effekte und sehr deutliche Anleihen bei Der Exorzist und anderen Besessenheits-Filmen: Also nichts grundlegend Neues, aber handwerklich solide.
Die Darsteller liefern überzeugende Leistungen ab, und das düstere Haus wirkt sogar bei Tageslicht unheimlich – was für die gelungene Kameraarbeit spricht. Die sparsam eingesetzten Splatter-Effekte sind zwar nicht spektakulär, aber effektiv. Wer will, kann die Geschichte auch als Metapher für den Zerfall des amerikanischen Traums lesen: Der fehlende Glaube (der Vater), moralischer Verfall (die älteren Kinder) und Erziehungsversagen (die Kleinen) rufen das Unheil in Form eines indigenen Dämons herbei. Man kann diese Deutung aber auch ignorieren – und sich einfach anderthalb Stunden gut unterhalten lassen.
Marketing-Film veröffentlichte 2002 eine DVD mit guter Bild- und Tonqualität – allerdings in gekürzter Fassung. Das Bild liegt im Widescreen-Format vor, die Tonspuren sind wahlweise in Deutsch oder Englisch verfügbar. Leider ist das Covermotiv nicht sonderlich geschickt gewählt, da es bereits einen Hinweis auf das Filmende gibt und somit etwas von der Spannung vorwegnimmt.
Das Bonusmaterial ist eher überschaubar: ein paar Texttafeln mit Filmografien, die wohl kaum jemand liest, sowie der Originaltrailer aus den USA. Derselbe Trailer liegt nochmals in der deutschen Fassung vor – der einzige Unterschied besteht in einem übersetzten „Hallo“ sowie der Einblendung Der Besessene statt The Possession. Außerdem gibt es – wie bei Marketing-Film üblich – eine Bildergalerie mit Filmszenen, Plakaten und Covern verschiedener Veröffentlichungen. Hinzu kommt ein Trailer zu Amityville III – The Demon in eher bescheidener Bildqualität.
(A.P.)
Die Blu-ray von NSM erscheint im Mediabook und bietet den Film in Deutsch (DTS-HD MA 2.0) und Englisch (DTS-HD MA 5.1) im Bildformat 1.85:1 (1080p). Untertitel sind in Deutsch und Englisch verfügbar. Zu den Extras zählen ein Audiokommentar von Stephen Jones und Kim Newman, der Originaltrailer, eine erweiterte Szene (Lost Souls), Filmografien sowie eine Bildergalerie. Die Blu-ray enthält erstmals alle zuvor fehlenden Szenen und ist somit ungeschnitten. Außerdem liegt ein 16-seitiges Booklet mit einem Text von Lars Dreyer-Winkelmann bei sowie der Film auf DVD. (Haiko Herden)
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